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HoPo – Hochschul-Politik

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HoPo – schon wieder so eine Abkürzung!! Manchmal verlieren selbst wir vor lauter Abkürzungen und Fachbegriffen den Überblick. Aus diesem Grunde haben wir an dieser Stelle für Euch (und nicht zuletzt auch für uns selbst) eine kleine und hoffentlich verständliche Übersicht zur Hochschulpolitik erarbeitet. Diese soll Euch darüber informieren, welche Formen studentischer Mitbestimmung es an der Uni eigentlich gibt und welche Gremien für welche Vorgänge an der Uni verantwortlich sind. An der Uni gibt es eine studentische und eine akademische Selbstverwaltung. Wir beginnen mit den existierenden studentischen Gremien und arbeiten uns anschließend vorbei an den Fachbereichsgremien hin zum Zentrum der Macht, den zentralen Gremien der FU.

Studentische Gremien

Zunächst einmal zu uns selbst: Das Kürzel „fsi“ steht für Fachschaftsinitiative. Fachschaftsinitiativen sind Gruppen von Studierenden, die sich an ihren jeweiligen Fachbereichen und Instituten zusammengefunden haben, um die Universität politisch mitzugestalten, studentische Interessen zu diskutieren und zu vertreten. Dabei eint uns das Prinzip der Basisdemokratie. Basisdemokratie – das bedeutet, wir kommen einmal die Woche zum Plenum zusammen, diskutieren und entscheiden alle gemeinsam, was zu tun ist. Dabei gilt das Konsensprinzip, das bedeutet wir diskutieren strittige Fragen aus, anstatt Minderheitenpositionen einfach niederzustimmen. Die Fachschaftsinis sind parteipolitisch unabhängig, aber natürlich nicht unparteiisch. Deshalb haben wir uns die offene und schlagkräftige Organisationsform der Fachschaftsini gewählt und nicht die einer gewählten Fachschaft oder eines hochschulrechtlich verankerten Fachschaftsrates (FSR), in dem nur ein paar gewählte Funktionäre aktiv (oder auch inaktiv) sich ihrer Posten erfreuen und genau einmal pro Jahr – nämlich zur Wahl – in Erscheinung treten. Fachschaftsinitiativen werden nicht gewählt, sondern stehen jedem offen, der sich in der Fachschaftsarbeit und darüber hinaus einbringen will. Fachschaftsräte hingegen stellen somit in unseren Augen eher einen Ausschlussmechanismus dar. Wenn sich Probleme und politische Fragen einmal nicht auf lokaler Ebene am Institut klären lassen, werden wir gemeinsam mit anderen fsi´s aktiv, sei es im Allgemeinen Studierendenausschuss, dem Studierendenparlament, der Fachschaftskoordination oder einer uniweiten Vollversammlung.

Die Fachschaftskoordination (FaKo) dient dabei der Vernetzung und dem Informationsaustausch zwischen den Fachschaftsinis der einzelnen Fachbereiche. Die Vollversammlung (VV) der Studierenden ist das höchste beschlussfassende Gremium innerhalb der studentischen Selbstverwaltung und dient der Information über aktuelle Ereignisse, kann aber auch über das Vorgehen der Studierendenschaft entscheiden. Zur Vollversammlung können alle Studenten der FU kommen. Die wichtigsten Organe der studentischen Selbstverwaltung sind jedoch Studierendenparlament und Allgemeiner Studierendenausschuss.

Das Studierendenparlament (StuPa) wird jährlich mit beträchtlichem Werbeaufwand der verschiedenen zur Wahl antretenden Gruppen und Parteien gewählt. Dort sitzen 60 gewählte Vertreter der Studierenden.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) setzt sich aus einer Koalition von ins StuPa gewählten Gruppen zusammen und ist das Kernstück der studentischen Selbstverwaltung, also quasi die gewählte Regierung aller Studierenden der Universität. Er wird jedes Jahr vom StuPa gewählt und besteht aus einzelnen, thematisch orientierten Referaten, ähnlich Ministerien. Neben thematischer Arbeit in den einzelnen Referaten bietet der AStA ein breites Spektrum an Beratungsmöglichkeiten an. Ihm obliegen die Verwaltung des studentischen Beitrags, den jede/r von uns pro Semester zahlt, die Finanzierung und Unterstützung studentischer Aktivitäten sowie die Vertretung studentischer Interessen und Positionen sowohl innerhalb der Universität als auch nach außen. Über das reichhaltige Beratungs- und Dienstleistungsangebot des AStA, sowie über seine weitergehende Arbeit erfahrt ihr alles im Erstsemester-Info des AStA. Außerdem hat der AstA auch eine Homepage (www.astafu.de), die einen Blick wert ist. Alle Fragen der studentischen Selbstverwaltung werden in der Satzung der Studierendenschaft geregelt.

Akademische Gremien

Fachbereichsgremien: Die FU Berlin gliedert sich zunächst in Fachbereiche (FB). Manche größere Fachbereiche haben als Unterabteilungen noch Wissenschaftliche Einrichtungen (WE) bzw. Institute. Daneben gibt es an der FU noch Zentralinstitute und Zentraleinrichtungen (ZE). Institute und Fachbereiche haben eigene Räte, so gibt es also bei uns am Fachbereich einen Fachbereichsrat (FBR) sowie zwei Institutsräte – einen für die BWL (WE1) und einen für die VWL (WE2). Diese Gremien werden in der Regel alle zwei Jahre im Januar gewählt und befassen sich mit allen Regelungen, Lehrinhalten und Personalfragen betreffend den Fachbereich. So werden in Fachbereichs- und Institutsräten (am FB Wiwiss seit jeher direkt im Fachbereichsrat) beispielsweise Studien- und Prüfungsordnungen beschlossen oder Berufungsverfahren für neu bzw. neu zu besetzende Professuren initiiert. Rund um die Fachbereiche gibt es noch verschiedene Kommissionen, welche Fachbereichs- und Institutsräten zuarbeiten, sowie Ausschüsse, welche mit wichtigen Aufgaben an den jeweiligen Fachbereichen betraut sind.

Zentrale Gremien: Auf der zentralen Ebene der Universität gibt es drei wichtige Gremien. Diese werden in der Regel alle zwei Jahre im Januar neu gewählt. Das wichtigste Organ der Universität ist wohl der Akademische Senat (AS). Hier werden die meisten Entscheidungen zu der laufenden Politik an der Uni getroffen, beispielsweise werden Grundsätze für Lehre, Studium und Prüfungen festgelegt und strukturelle Veränderungen an der Uni beschlossen. Im akademischen Senat sind sowohl Professoren, als auch wissenschaftliche Mitarbeiter, sonstige Mitarbeiter der Universität sowie Studenten vertreten. Darüber hinaus gibt es einen Erweiterten Akademischen Senat, welcher unter anderem das Präsidium wählt und die Grundordnung der Universität beschließt. Der Präsident ist sozusagen der Regierungschef der Universität. Obwohl eigentlich ein ausführendes Organ des in den Gremien formulierten Willens, hat er viel Gestaltungsspielraum und tendiert dazu, immer mehr Kompetenzen an sich zu reißen. Er wird alle vier Jahre auf Vorschlag des Akademischen Senats gewählt. Das Kuratorium stellt eine Art Bindeglied zwischen ‘Gesellschaft’ und Universität dar und achtet darauf, dass politische Entscheidungen umgesetzt werden. Es besteht aus Vertretern der Universität, Senatoren sowie weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Auch hier gibt es zusätzlich zu den genannten Gremien wieder diverse Kommissionen und Ausschüsse, welche diesen zuarbeiten oder mit eigenen Aufgaben betraut sind. Hier noch zwei Links zu einer etwas ausführlicheren Darstellung von der FSI Geschichte Link “Gremien I: Die akademische Selbstverwaltung” Link “Gremien II: Die studentische Selbstverwaltung” … und noch ein Link zu einer Übersicht des zentralen Wahlvorstandes Link “Gremienstruktur an der Freien Universität Berlin”. Also: Nicht den Überblick im Politdschungel an der Universität verlieren!

EDIT: Aufgrund einer Satzungsänderung des Studierendenparlaments aus dem Jahr 2012 werden ab 2013 keine Fachschaftsräte mehr gewählt.

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